Gar nicht doof auf dem Lindenhof – Alkfrei und eklig
Herrliches Wetter, eine tolle Kulisse und jede Menge Fans des SC Lindenhofs empfangen Spieler und Fans der Charlottenhöhe. Das Spiel beginnt offen und die Zuschauer merken direkt, beide Teams wollen hier was holen. Am liebsten natürlich drei Punkte, die Rote vom Grill duftet aber auch verführerisch.
Lindenhof mit Übergewicht im Mittelfeld und mehr Spielanteile haben die Kicker vom SC auch noch. Das sieht nicht gut aus. Immer wieder erobern sie den Ball und spielen gefährlich in die Spitze. Die Sueben sind zu Beginn leicht unterlegen, kommen aber mit Kampf nach und nach ins Spiel.
In der 33. Minute wird Ersatzspieler Tobias Pallaks gefragt, wie er das Spiel bisher einschätzt. Seine Antwort verblüffend ehrlich: „Keine Ahnung, bisher hab ich noch nicht richtig zugeschaut.“ Das nenn ich Fokus!
Viele Fouls prägen das Spiel und machen es dem Unparteiischen nicht leicht, einen entspannten Sonntagnachmittag zu erleben.
Ähnlich entspannende Freizeitaktivitäten:
-Gefahrgut transportieren
-Stierkampf
-Minentauchen

Aus einem dieser Fouls entsteht ein Freistoß halb rechts und circa 25 Meter vom Tor entfernt. David tritt an und zieht den Ball scharf aufs Tor. An Freund und Feind hinweg trudelt der Ball ins lange Eck. Der Torwart sieht nicht besonders gut aus und hat den reinbekommen. Nicht das erste Mal, dass Dave überraschend einen versenkt. Glückwunsch an dieser Stelle und liebe Grüße an Linda.
Jetzt steht es 0:1 und mit dieser Gewissheit bauen die Sueben mehr Druck auf. Keine fünf Minuten später sind sie wieder nur durch ein Foul zu stoppen. Der Schiri pfeift und fasst sich mehrere Sekunden ans Ohr. Konfusion auf dem Platz. Elfmeter? Freistoß? Freibier? Unklar bleibt, mit wem der Schiedsrichter seine Entscheidung abgestimmt hat. Es bleibt beim Freistoß.
Haas hoppelt an und massiert das Ding mit seinem linken Schlappen –wieder- ins lange Eck. Und der Torwart? Macht zum zweiten Mal mit! Das Ding klar drin: 0:2. Die Freude über das Tor ist aber nur kurz, es zählt nicht aufgrund einer Abseitsposition. Wir finden: Schade Marmelade.
Benny „Der Ältere“ Elter verletzt sich überdies noch bei dieser Situation und muss mit einer Bänderdehnung in der Unterhose vom Platz. Für ihn kommt, hochfokussiert, Tobias, das Playmobilmännchen, Pallaks. Tobias benutzt seit einiger Zeit diverse Haarpflegeprodukte, um so optisch eben jenen Figuren ähnlich zu sehen. Angeblich um die Street Credibility im Kindi zu erhöhen. So zumindest die wilden Mutmaßungen von der Bank.
Wenige Minuten später pfeift der Schiri zum Pausentee. Der Pausentee auf Zuschauerseite besteht erschreckend häufig aus alkoholfreiem Weizenbier mit Zitronensprudel gemischt. Der alkfreie Russ – wohl das Trendgetränk in der Fastenzeit. Na dann, Prost Mahlzeit!
Yves Binet, seines Zeichens Kneipier und Chefentwickler vieler Suebenräusche, hält von derlei Gepflogenheiten nichts und ist den Gerüchten zufolge dieses Wochenende untergetaucht. Der arme Kerl kann einfach nicht verstehen, wie die Sueben das ganze Jahr keine Gnade mit ihren Geldbeuteln und Gehirnzellen kennen und so Liter um Liter leeren – dann aber sieben Wochen eisern bleiben und konsequent jeglichen Schluck ablehnen. Die spinnen die Sueben!

Zurück zum Sport – weiter geht´s mit Halbzeit zwei.
Die Männer vom SCL geben Gas und haben nun wieder mehr Spielanteile. Hüben wie drüben ergeben sich Möglichkeiten. Richtig Zwingendes ist aber nicht dabei. Wo bei den Sueben in der ersten Halbzeit noch gefälliges Kurzpassspiel herrschte, dominiert nun Kick and Rush (trotz Fastenzeit). Nach dem Motto „Hoch und weit, so gfällts de Leit!“ wird annährend jeder gewonnene Ball in die gegnerische Halbzeit gebolzt. Taktische Marschroute des Trainergespanns oder letzter Ausweg aufgrund des Lindenhofer Drucks? Wir können gespannt sein auf die PK mit Baumi und Kleiter. Anscheinend sollen drei altgediente Spieler auf der Abschussliste stehen und die nächste Vorbereitung nicht mehr bestreiten dürfen.
Ein Blick auf unseren ständigen Begleiter zeigt in diesem Augenblick 98 ungelesene Whatsapp-Nachrichten. Wahnsinn dieser WDP.
Investigativ wie ein Undercover-Boss stelle ich die alles entscheidende Frage: „Woher kommt diese Motivation, Woche für Woche so viele Menschen mit dem Liveticker auf dem Laufenden zu halten?“ Wolf-Dieter: „Sonntägliche Flucht vor Haushalt und Lebensgefährtin – ist besser für alle Beteiligten.“ Tja, uns freut es – Schatz mach weiter so!
Gegen Ende des Spiels wird klar, wer heute die Trophäe zum „Player of the match“ bekommt: Ich. Spaß beiseite. Unser Goali Grötzi macht heute wieder eine derart überragende Figur, Heidi Klum möchte ihm gerne ein Foto überreichen. Zudem hält er jeden Ball sicher, strahlt Ruhe aus und wenn noch Zeit bleibt, hat der coole Typ noch ein lässiges Zwinkern für den beeindruckten Zuschauer übrig.

Die Sueben laden die Lindenhofer nun zu einer spannenden Schlussphase ein, die anmutet wie ein Spieleabend. Gespielt wird: Risiko. Wir holen uns derweil Erdnüsschen und –zugegeben- eben jenes Trendgetränk, das so modisch daherkommt, dass die Suebenfans aus Berlin Mitte verschämt ihre Club Mate im Jutebeutel verschwinden lassen.
Die Coaches wollen den jungen Wilden nun eine Chance geben und so kommen in kurzer zeitlicher Abfolge Stöpsel für Jojo und Brauni für Haas. Das Ende einer Ära? Und was ist mit Manuel Neuer?
Zum Glück pfeift der Schiri endlich ab. Das sind die nächsten drei Punkte für Suebia, die so sämtliche Möglichkeiten im Rennen um Meisterschaft und Aufstieg offen halten. Und ganz unter uns, wer so eklig gewinnen kann, dem ist einiges zuzutrauen.

Nächste Woche kommt es zum ersten Doppelheimspieltag im Jahr 2019. während die
2. gegen Frittlingen II um 13 Uhr die Rückrunde eröffnet. Empfängt die 1. um
15 Uhr den SV Waldmössingen zum Spitzenspiel der Kreisliga A (2. gegen 3.).
Servus, euer Juliano Brasiliano